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Schützenreise 2017


Der ein, oder andere hat es vielleicht schon im Dorfblättli gelesen, die Jungschützen waren in Dublin. Präsident Kurt Waldis organisierte eine abwechslungsreiche Reise vom Freitag, 20. Oktober bis Sonntag, 22. Oktober 2017. Angefangen hat alles recht ENTspannt, jedoch auch GEspannt. Die Anfahrt zum Flughafen, eigentlich eine Kleinigkeit mit dem direkten Schnellzug, stellte sich schon kurz vor Weinfelden als holprig heraus. Der Zug wollte nicht mehr und das obwohl alle „Schrägä“ unten waren. Die gerade erst bestellte und aufgetischte kalte Platte mussten wir förmlich hinunterschlingen um in Weinfelden rechtzeitig den einen Zug verlassen und den Anderen auf Gleis 5 erreichen zu können. Das war zumindest die Idee. Ein junger, durstiger Schütze aus der Siebnerschaft hat irgendwie „Gleis 5“ mit „Jack’s Bar“ verwechselt. Der Fehler wurde zu spät bemerkt und so kam es, dass der Schreiberling allein im Zug Richtung Winterthur sass. Dank der fleissig fahrenden Bahn, konnten jedoch die zurückgebliebenen sechs Herren die Reise auch noch fortsetzen und den Flughafen rechtzeitig erreichen. Sogar das Flugzeug stand noch da und unsere Plätze waren noch frei. In Dublin haben wir erst einmal unser Hotel in der Innenstadt bezogen und uns zu einem Apéro mit einer Kleinigkeit zu Essen an der Hotelbar eingefunden. So gestärkt stand anschliessend ein Besuch im Guinness Storehouse auf dem Programm. Per Taxi, schliesslich beträgt die Entfernung zwischen Hotel und Storehouse mehr als Sichtweite, begaben wir uns zu den altehrwürdigen Brauereihallen. Sehr detaillierte und gut beschriebene Informationen rund um die Braukunst und die Küferei konnten auf dem Rundgang abgeholt, respektive aufgefrischt werden. Am Schluss der Tour standen schon die Pints gefüllt mit Guinness an der Bar bereit, die zusätzlich zum Gerstensaft noch eine sensationelle Aussicht über die Dächer von Dublin zu bieten hatte. Bier hin oder her, so langsam war es mal wieder an der Zeit etwas Festes zu uns zu nehmen. Auf dem Weg zu einer gepflegten Gaststätte wollten wir es uns nicht nehmen lassen, eine Hunderennbahn zu besuchen, denn das machen auch die Einheimischen so an einem Freitagabend. Mit einer Pferdekutsche (!) liessen wir uns also etwas stadtauswärts zu einer der beiden dubliner Hunderennbahnen chauffieren. Das vorgespannte Pferd kannte weder Angst noch geltende Verkehrsregeln und so schien es beinahe unaufhaltsam, in halsbrecherischem Tempo über die nassen Strassen zu fliegen. Vielleicht kam es auch nur mir so schnell und gefährlich vor, da ich vorne auf dem Kutschbock im Regen sass und die Unfälle nur so kommen sah. Von hinten aus der Kutsche kam nur Gesang, respektive aneinandergereihte Töne mit verzerrtem Text. Der freundliche Kutscher liess uns dann ein paar Dutzend Meter vor der Rennbahn aussteigen, weil er da angeblich besser wenden konnte, kassierte seinen Lohn und verschwand im Regen. Nassen Schrittes begaben wir uns also zum Eingang, der allerdings offensichtlich schon seit Jahren verschlossen war. Hunderennen finden hier schon lange nicht mehr statt, diese sind alle auf der anderen Rennbahn untergebracht. Am anderen Ende der Stadt. Immerhin stand gleich nebenan ein kleines Pub, das mit seinem einladenden Äusseren förmlich danach schrie dass wir doch bitte bitte eintreten und uns bei Speis und Trank wieder aufwärmen sollen. Diesem Aufruf folgten wir, ohne lange überlegen zu müssen. Wenigstens wurden wir im Pub nicht beschissen. Gestärkt und aufgewärmt haben wir uns die andere Hunderennbahn doch noch zu Gemüte geführt, diesmal aber mit einem Taxi. Die einen haben sich sogar mit grossem Enthusiasmus beim Wetten versucht, andere genossen einfach die Atmosphäre und einen Whiskey. Den Rest des Abends verbrachten wir im Old Store House im Temple Bar Quartier, unweit des Hotels. Mit Livebands und gutem Bier wurde niemandem langweilig. Auch die Gesellschaft von Damen aus aller Herren Länder verhalf der Nacht sich kürzer anzufühlen. Mehr oder weniger früh am Samstagmorgen erblickten wir nach und nach das Tageslicht. Die Botschaft, dass ein Konterbier immer noch die beste Medizin sei, konnten sich die einen unserer Gruppe gut merken und hielten sich auch daran. Ein Guinness am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Oder so. Am frühen Nachmittag rüsteten wir uns für einen weiteren Höhepunkt auf unserem Ausflug, eine Pubtour ausserhalb von Dublin. Busfahrer Shane und ein Paar aus New York waren bereits am vereinbarten Treffpunkt und bereit für ein paar unterhaltsame und informative Stunden. Shane brachte uns zu insgesamt sechs kleinen Pubs in den Dublin- und Wicklow Mountains. Die Iren treffen sich an ihren freien Tagen gerne in den kleinen Pubs um bei einem frisch gezapften Bier ein Rugby-, oder Fussballspiel zu sehen, oder einfach um sich zu unterhalten. Da sich nicht jeden Tag Leute von ausserhalb in die ländlichen Pubs verirren, waren wir schnell in Gespräche verwickelt, respektive schon fast dazu herausgefordert, oder gar genötigt worden. Als wahres Talent in Sachen Schlagfertigkeit hat sich Thomas offenbart, der auf die Spitzen eines Stammtischpolitikers gekonnt reagiert hat. Und das in englischer Sprache. Chapeau! Ein paar Stunden, sechs Pubs und einige Pints später, brachte uns Shane sicher wieder zurück nach Dublin. Die letzte Fahrt musste jedoch auch nochmal unterbrochen werden, da Fabrice nicht hören wollte und sich seines Blaseninhaltes beim letzten Stopp nicht entledigt hatte. Bevor es zu akrobatischen aus-dem-Fenster-halte-Manövern kam, hatte Shane die Gnade einen Tankstellenshop anzusteuern. Gab zwar keinen Gewinn aus den „füüf Stutz“ Wetten, aber auch keine Unfälle und Wasserschäden. Noch nicht. Die meisten waren von den Ereignissen des Tages bereits geschafft und begaben sich, vernünftig wie eh und je, zurück zum Hotel. So auch ich, der Schreibende. Dank der frühen Rückkehr zum Hotel, konnten wir den Sonntag schon beinahe ausgeschlafen beginnen. Der erste Blick aufs Handy sorgte für Verwirrung, fast schon Entsetzen. Im Zimmer von Gabriel und Raphael gab es einen Wassereinbruch, der ganze Teppich von der Tür bis zum Bett war mit Wasser vollgesogen. Es stellte sich heraus, dass wenn man den Überlauf der Badewanne verstopft, sich ein Bad einlaufen lässt, dabei aber auf dem Lavabo liegend einschläft, das Wasser in rauen Mengen über den Rand der Wanne fliessen kann. Nun war also bekannt von wo das Wasser im Bührer-Zimmer kam, vom Zimmer schräg gegenüber. Ich möchte mir den Namen des Zimmerbewohners an dieser Stelle verkneifen, besagter Herr dürfte bei einem Blick in die Runde in diesem Moment allerdings etwas im Gesicht erröten... So sass er doch schon vor allen anderen abreisebereit in der Lobby. Zu seinem mitgebrachten Gepäck kam nach einem Hotelrundgang eine zusätzliche Rechnung des Hotels. Anmerkung der Redaktion: Vermutlich auch eine mehr oder weniger freundliche Bitte seitens des Managements, er möge sich doch in Zukunft bitte vom Hotel fern halten. Wäre es mein Hotel, wäre die Wortwahl wohl etwas schärfer gewesen, waren doch auf der einen Etage die Zimmer beidseits des Flurs auf einer Länge von ca. 15 Metern nass und für die nächsten Gäste unbrauchbar. Genauso das Zimmer direkt unterhalb. Da halfen auch die ausgelegten Handtücher nicht. Schliesslich nahmen wir Abschied von Dublin und begaben uns, wer hätte es gedacht, per Taxi zurück zum Flughafen. Auch diesmal sassen alle rechtzeitig auf ihren Plätzen. Nur war das Flugzeug zugeparkt und so entstand eine unbestimmte Wartezeit. Der aufmerksame Maître de cabin hat die Situation allerdings richtig gedeutet und unseren Durst erkannt. Mit einem Tablett, beladen mit sieben Quöllfrisch bahnte er sich den Weg vom hinteren Teil des Flugzeugs, vorbei an neidischen Blicken, bis zu uns. So liess es sich aushalten und ehe wir uns versahen, starteten wir schon in Richtung Heimat. Sogar die Fahrt mit der Bahn von Zürich nach Romanshorn verlief diesmal problemlos, so glaube ich. Schliesslich läuft doch bei der Bahn fast immer alles nach Plan. Ich meinerseits habe mich am Flughafen bereits verabschiedet und bin in Richtung Bern von dannen gezogen. Allerdings hatte auch ich ein zusätzliches Gepäckstück dabei. Ich war der Inhaber der Schreiberklammer und bin somit mit der ehrenvollen Aufgabe des Berichtschreibens betraut worden. So sitze ich nun vor meinem Laptop und schmunzle in Erinnerungen schwelgend vor mich hin. Vielen Dank an Kurt, der uns eine unvergessliche Reise mit vielen Erlebnissen geboten hat. Für die SG Uttwil, der Inhaber der Schreiberklammer Reto Dörig

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